Gespräch zwischen Bürgermeistern, Abgeordneten und EnBW soll Fortschritt bringen.

Nachdem sich die Gemeinderäte in Walheim, Gemmrigheim, Besigheim und Kirchheim deutlich zur geplanten Klärschlammverbrennungsanlage (KVA) der EnBW in Walheim positioniert haben, steht am 19. November ein internes Gespräch der Bürgermeister mit Vertretern der EnBW und den beiden Landtagsabgeordneten Tobias Vogt (CDU) und Tayfun Tok (Grüne) an.

Tobias Vogt, der zur Gesprächsrunde eingeladen hat, spricht sich dafür aus, dass die kommunalen Gremien die Möglichkeit bekommen, bei der Nachnutzung des Kraftwerkgeländes in Walheim mitzureden. „Nach über 60 Jahren muss es möglich sein, dass sich gewählte Gremien Gedanken machen und mitentscheiden dürfen, wie es vor Ort weitergeht“, so Vogt, der hofft, dass das Gespräch mit der EnBW Bewegung in die aktuell festgefahrene Situation bringt.

Er selbst habe früh mitgeteilt, dass er keine technischen Bedenken habe und der Technik der KVA aufgeschlossen gegenüberstehe. Allerdings sei das nur ein Aspekt, der bei ihm zur Meinungsbildung beigetragen habe. Der zweite Aspekt sei die Standortwahl – und die sieht Tobias Vogt kritisch. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass lediglich der Weg des geringsten Widerstands gewählt wird und die Standortentscheidung getroffen wird, nur weil andere Stadt- bzw. Gemeindeverwaltungen die KVA schneller abgelehnt haben als Walheim.“ Zudem sei zu hinterfragen, ob solche großen Industrieanlagen in der heutigen Zeit noch inmitten der „einzigartigen Steillagen-Kulturlandschaft“ gebaut werden müssten. Bahn- und Neckaranschluss seien kein Kriterium, da diese nicht genutzt werden würden.

Nichtsdestotrotz will Tobias Vogt die Augen vor der Notwendigkeit einer Infrastruktur zur Entsorgung von Klärschlamm nicht verschließen und die Region dabei nicht aus der Pflicht nehmen. „Es ist Fakt, dass wir zusätzliche KVA in Baden-Württemberg benötigen. Dafür müssen wir Lösungen finden.“ Vogt wolle die Frage in den Raum stellen, ob die aktuelle Strategie mit wenigen großen Anlagen im Land möglicherweise die falsche ist. „Wäre die Akzeptanz nicht größer, wenn wir mehrere kleinere KVA im Land bauen und die Bemühungen dafür beispielsweise auf Landkreisebene intensivieren?“

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